Immobilien-Investment: Warum B-Lagen das neue A sind
Immobilien-Investment: Warum B-Lagen das neue A sind (und wie du sie findest)
Wer heute in der Münchener Innenstadt eine Eigentumswohnung kauft, tut das meist aus zwei Gründen: Prestige oder Kapitalerhalt. Wer aber Geld verdienen will – also positiven Cashflow und echte Wertsteigerung sucht – verbrennt sich in den A-Metropolen aktuell die Finger.
Die Kaufpreisfaktoren sind jenseits von Gut und Böse (oft Faktor 35 oder 40), die Mietrenditen liegen teils unter der Inflationsrate.
Das smarte Geld wandert deshalb ab. Es sucht die "Hidden Champions": Die B-Lagen mit A-Potenzial. Doch der Grat zwischen einem "kommenden Trendviertel" und einer "strukturschwachen Provinz" ist schmal.
Hier ist dein Guide, wie du den Unterschied erkennst – basierend auf Daten, nicht auf Hoffnung.
Die Lage-Hierarchie: Ein kurzer Realitätscheck
Bevor wir in die Strategie gehen, müssen wir die Begriffe klären. Investoren kategorisieren Städte grob in A, B und C.
A-Lagen (Die "Big 7"): Berlin, München, Hamburg, etc. Hohe Sicherheit, extrem hohe Preise, niedrige Rendite. Der Zug für Schnäppchen ist hier vor 10 Jahren abgefahren.
B-Lagen (Die Chancen): Großstädte (100k+ Einwohner), starke regionale Zentren oder der direkte "Speckgürtel" der A-Städte. Hier stimmen Infrastruktur und Demografie, aber die Preise sind noch nicht überhitzt.
C-Lagen (Das Risiko): Ländlicher Raum, abnehmende Bevölkerung. Hohe Anfangsrendite (auf dem Papier), aber hohes Risiko von Leerstand und Wertverlust.
Deine Strategie: Du suchst B-Lagen, die sich wie A-Lagen entwickeln.
Der "Speckgürtel-Effekt": Wo der Druck entweicht
Das größte Potenzial liegt aktuell im Umland der Metropolen. Warum? Weil die A-Städte "überlaufen". Wenn eine Familie in Berlin-Mitte keine bezahlbare 4-Zimmer-Wohnung mehr findet, zieht sie nach Brandenburg an die S-Bahn-Linie.
Das ist der "Spillover-Effekt".
Als Investor musst du antizipieren, wohin dieser Druck entweicht. Du suchst Orte, die:
Verkehrstechnisch angebunden sind (max. 30-40 Min Pendelzeit zum Zentrum).
Infrastruktur bieten: Eigene Schulen, Ärzte, Supermärkte (keine reinen Schlafstädte).
Positive Wanderungssalden haben (mehr Zuzug als Wegzug).
Eine Immobilie in einer solchen B-Lage zu kaufen, bedeutet: Du kaufst günstig ein, profitierst aber von der Mietpreissteigerung, die durch die Flüchtenden aus der A-Stadt importiert wird.
Drei Daten-Indikatoren für B-Lagen mit Potenzial
Wie findest du diese Perlen, ohne hunderte Exposés zu wälzen? Achte auf diese drei Signale.
1. Die Infrastruktur-Wette (Der "neue Bahnhof")
Nichts treibt Immobilienpreise so zuverlässig wie eine neue Bahnverbindung. Wird eine S-Bahn verlängert? Ein Regio-Takt verdichtet? Wenn die Erreichbarkeit der Metropole plötzlich von 50 auf 25 Minuten sinkt, explodieren die Bodenpreise. Prüfe Verkehrspläne und nutze Lagescores, um die aktuelle Anbindung objektiv zu bewerten.
2. Der Arbeitgeber-Faktor
Schau dir nicht nur die Einwohner an, schau auf die Jobs. B-Städte mit einem eigenen starken Mittelstand ("Hidden Champions" der Industrie) oder einer Universität sind resilient. Eine B-Lage, die nur vom Pendeln abhängt, ist riskant. Eine B-Lage, die selbst Arbeitsplätze schafft, ist Gold wert.
3. Das Mietpreis-Kaufpreis-Verhältnis
In A-Lagen entkoppeln sich Kaufpreise oft von den Mieten. In guten B-Lagen korrelieren sie noch. Nutze Tools, um zu prüfen: Sind die Mieten in den letzten 3 Jahren gestiegen? Wenn ja: Ist der Kaufpreis proportional gestiegen oder hinkt er noch hinterher? Wenn die Mieten steigen, aber die Kaufpreise noch moderat sind: Kaufsignal.
Daten vs. Bauchgefühl: Ein Beispiel
Nehmen wir zwei fiktive Kleinstädte im Einzugsgebiet von Frankfurt:
Stadt A: Idyllisch, günstig, aber schlechte Internetanbindung und der letzte Supermarkt hat geschlossen.
Stadt B: Etwas teurer, aber Glasfaser-Ausbau läuft, neue Kita geplant und S-Bahn-Anschluss.
Dein Bauchgefühl sagt vielleicht: "Stadt A ist billiger, da kriege ich mehr Quadratmeter." Die Daten sagen: "Stadt A wird entvölkert. Stadt B wird gentrifiziert."
Wer hier blind kauft, hat in 10 Jahren entweder eine Ruine oder eine Renditemaschine.
Fazit: Sei ein Jäger, kein Sammler
Sammle keine Immobilien in überteuerten Innenstädten, nur um sagen zu können, dass du Immobilienbesitzer bist. Jage nach Potenzial.
Die B-Lage von heute ist die A-Lage von morgen – wenn die Daten stimmen. Analysiere Demografie, Infrastruktur und Anbindung emotionslos.
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